Vom Churchill House zum Globe Cinema

Ron Humphrey

Ron Humphrey mit seiner alten Kamera

Download Interview-Abschrift (englisch, pdf)

 

Wie wir im Juni 2019 erfahren haben, ist Ron leider nach längerem Krankenhausaufenthalt im Mai 2019 verstorben. Wir sind dankbar, dass er seine Erinnerungen mit uns geteilt hat.

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1954 trat Ron Humphreys (Jahrgang 1931) seine militärische Grundausbildung in Aldershot (Grafschaft Hampshire) an und wurde
nach einem Krankenhausaufenthalt im Cambridge Hospital an das Dental Centre in Blackdown versetzt, wo man ihn auf die Arbeit als Zahntechniker vorbereitete.

Seine Versetzung an das „716 Royal Army Dental Corps“ (R.A.D.C.) im „Churchill House“, Ratsherr-Schulze-Str. 10 (an den Dobben-Teichen) in Oldenburg erfolgte im Herbst 1955. Hier arbeitete er für circa 12 Monate bis kurz vor Weihnachten 1956 mit zwei bis drei englischen und deutschen Kollegen*innen zusammen. Im Gebäude „Churchill House“ waren außer der militärischen
Zahnarztpraxis noch weitere Organisationen der „British Army of the Rhine“ (BOAR) untergebracht (siehe Fotos in der Galerie).
Rons erster Eindruck von Oldenburg war recht positiv. Er war angenehm überrascht von der Tatsache, dass die Stadt nicht stark im Krieg zerstört worden war, was er angenommen hatte.  Die Mahlzeiten wurden in einem Gebäude gegenüber den Dobben-Teichen angeboten. Hier traf er auch unerwartet einen alten Freund aus Timperley wieder, der hier als Koch arbeitete und ihm manchmal etwas Leckeres zusteckte.

Ebenfalls auf der anderen Dobben-Teich Seite konnte man Kanus, Paddel- und Tretboote ausleihen. Bei schönem Wetter ein perfektes Motiv für seine Fotos. Auch Ron hatte bei Foto Kniep in der Kurwickstraße 31 in Oldenburg eine Kamera erworben und die Fotografie als Hobby für sich entdeckt. Manchmal verbrachte er seine Freizeit mit Holzeinlegearbeiten (Intarsien).

Da das Truppenkino GLOBE (Donnerschwee-Kaserne) ziemlich weit vom „Churchill House“ entfernt war, besuchte er dort nur wenige Vorstellungen. Der Musical-Film „Carmen Jones“ war eine davon, allerdings bei den Soldaten nicht sehr gefragt. Bezahlt wurde die Eintrittskarte in der britischen Armeewährung BAFs.

Vor Rons Rückkehr nach England schenkte ihm seine Kollegin Marlies ein von ihrem Vater handgeschnitztes Wildschwein (siehe Fotos) zur Erinnerung. Selbst kaufte er sich in der Lange Straße eine Kuckucksuhr, die bis zuletzt, wenn auch ein bisschen heiser, in seinem Wohnzimmer „kuckuckt“.

Ron hatte eine gute Zeit während seiner Stationierung in Oldenburg. Er lebte bis zu seinem Tod im Mai 2019 in der Grafschaft Cheshire, nahe seinem Geburtsort Hale Barn.

Interview vom 16. Januar 2019: Dr. John Goodyear
Übersetzung und Zusammenfassung: Ellen Couzins

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