Zum Globy bitte!

John Holder

John Holder

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John Holder, geboren im September 1934, leistete seinen britischen Wehrdienst von 1953 -1955. Direkt nach seiner Schulentlassung absolvierte er seine militärische Grundausbildung als Gunner (Dienstgrad) in Oswestry (Basic Training Camp), wurde danach 1954 zum Junior Officer befördert und in das 44. HAA (Heavy Anti-Aircraft Artillery) Regiment nach Oldenburg versetzt.

Die Reise dorthin verlief mit dem Truppentransportzug vom Bahnhof Liverpool Street in London nach Harwich, von dort mit der Nachtfähre, ebenfalls ein Truppentransport, nach Hoek van Holland und nach morgendlicher Ankunft weiter mit dem Zug Richtung niederländisch-deutscher Grenze. Die Zugwaggons hatten unterschiedliche Bestimmungsorte der BOAR (British Army of the Rhine) und wurden entsprechend in Deutschland geteilt. Bei Ankunft in der Donnerschwee-Kaserne in Oldenburg wurde John von einem Offizier in Empfang genommen und eingewiesen.

Sein erster Eindruck von der Stadt Oldenburg war überraschend positiv. Aus einem vom Krieg relativ zerstörten England kommend, wunderte er sich über den guten Erhalt der Gebäude in der Stadt. Die hell erleuchteten Fenster und glücklich wirkenden Menschen beeindruckten ihn.

Was die Donnerschwee-Kaserne betrifft, so empfand er seinen Aufenthalt dort durch die solide Bauweise der Gebäude und den rangbedingten Zugang zur Offiziersmesse als sehr angenehm.

Sein HAA-Regiment war eines von zwei mobilen Regimentern, das heißt, im Sommer waren sie häufig auf Übungen unterwegs.

Seine Freizeit nutzte John gelegentlich, um sich seine Umgebung, wie z.B. Bremen, Hamburg und Holland, etwas genauer anzusehen. Aber auch Kinobesuche gehörten häufig dazu. Das GLOBE befand sich damals noch im Stadtsüden, möglicherweise in Osternburg, nicht auf dem Kasernengelände, während sich das ASTRA, das Kino der RAF (Royal Air Force), auf dem Fliegerhorst befand. Als Offizier genoss er das Privileg eines kostenlosen Fahrdienstes zum GLOBE. Nach dem Abendessen in der Offiziersmesse stand dann ein Auto bereit und der deutsche Fahrer erahnte das Ziel mit der Frage: „Zum Globy?“ Das „Globy“-Gebäude war eher unscheinbar, nicht wie ein englisches Gaumont oder Odeon Kino. Dahingegen waren die gezeigten Filme oder Musicals alle erstklassige Neuerscheinungen, keine B-Filme. Vor dem Hauptfilm wurde ein Nachrichtenfilm in der Art der „Gaumont British News“ ausgestrahlt.

Zur Frage, was John H. von der geplanten Sanierung des GLOBEs in Donnerschwee hält, meint er, nach anfänglicher Skepsis nun doch die größere Bedeutung des Erhalts des Kinos zu sehen. Nicht nur ginge es hier um ein einmaliges Gebäude, sondern es habe auch einen historischen, kulturellen und sozialen Wert.

John Holder wird die Entwicklung des GLOBEs zukünftig mit Interesse verfolgen.

 

Interview vom 28. November 2018: Dr. John Goodyear
Übersetzung und Zusammenfassung: Ellen Couzins

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